Nach der DSGVO stellt die e-Privacy-Verordnung die digitale Welt vor hohe Herausforderungen.

Nachdem am 25. Mai 2018 gerade erst die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten ist, rückt mit der Europäischen Verordnung über Privatsphäre und elektronische Kommunikation (ePVO) bereits die nächste europäische Datenschutzverordnung in den Fokus. ePrivacy ist die Bezeichnung, wenn es um den Umgang mit personenbezogenen Daten im Internet und den damit verbundenen Schutz der Privatsphäre geht. Sie ist eine Art Spezialgesetz, das die DSGVO erweitern soll. Die ePVO bezieht sich auf den Datenschutz in der Privatsphäre und der elektronischen Kommunikation. Sie soll insbesondere die Datenverarbeitung in Betrieben behandeln.

Zwar ist heute noch unklar, wann diese Verordnung durch die EU verabschiedet wird (ihr Inkrafttreten wird für Anfang 2020 erwartet), aber Teile davon wirken schon über die EU-Richtlinie und es wird wesentliche Veränderungen in den Bereichen Tracking und Cookies mit sich bringen, die kein Unternehmer vernachlässigen sollte.

Einige Themenschwerpunkte kurz zusammengefasst:

Das Recht auf „Vergessenwerden“

Die Verordnung möchte dem Nutzer die Möglichkeit geben, dass er eine bereits erteilte Einwilligung alle sechs Monate widerrufen kann. Dies bedeutet, dass Unternehmen in ihren Datenbanken jederzeit gezielt einzelne Einträge entfernen können müssen – Backup eingeschlossen.

Datenverarbeitung und Datenspeicherung

Die Nutzung von Verarbeitungs- und Speicherfunktionen wie Google Analytics ist unzulässig, sofern der Nutzer nicht ausdrücklich darin einwilligt. Dies setzen Unternehmen schon jetzt bei Cookies, beim Tracking und beim Targeting um. Online Marketing-Mitarbeiter stehen hier aber wohl trotzdem sicher vor großen Herausforderungen. Betreiber von Webseiten sollen zukünftig keine Informationen mehr darüber sammeln dürfen, welche Geräte ihre Nutzer verwenden. Die Opt-in-Regelung wird zukünftig wohl auch verpflichtend sein.

Kopplungsverbot

Die EU möchte Kopplungsverbot aus der DSGVO in die neue Verordnung integrieren. Es soll unzulässig sein, dass Webseitenbetreiber bestimmte Inhalte von einer Einwilligung abhängig machen.

Rufnummernunterdrückung

Nutzer sollen ihre Rufnummer ab sofort einfach und kostenlos unterdrücken können. Dies ist in der Praxis aber schon längst der Fall. Die ePVO wird aber wohl regeln, dass Anbieter Informationen wie eine Telefonnummer nur noch dann in Telefonbücher eintragen dürfen, wenn der Besitzer ausdrücklich zustimmt.

Direktwerbung

Die ePVO erklärt Direktwerbung gegenüber Privatpersonen zukünftig zu einer „unerbetenen Kommunikation“. Dies gilt auch dann, wenn eine Privatperson vorher ein Produkt bei dem Unternehmen kaufte. Dann muss es ihr möglich sein, dass sie zukünftiger Werbung widerspricht.

Privatsphäre-Einstellungen

E-Mail-Provider und Entwickler von Anwendungen wie Browser müssen zukünftig ihre Privatsphäre-Einstellungen überarbeiten. Browser müssen leichter zugänglich und besser optimiert sein. Unbefugte Zugriffe von außen dürfen technisch nicht mehr möglich sein.

Dies ist nur ein Auszug der umfangreichen Bestimmungen, die im Moment finalisiert werden.

Da für Unternehmen ein ähnliches Risiko wie bei der DSGVO besteht und es die Bußgelder bei Missachtung der Verordnung in sich haben, sollten Sie sich schon jetzt mit dem Thema beschäftigen und auf dem Laufenden bleiben. Sprechen Sie uns bitte an, wir informieren und beraten Sie!